„Ein Kuss zur rechten Zeit“ von Teodora Kostova

„Ein Kuss zur rechten Zeit“ von Teodora Kostova

@ Cursed Verlag | Cover

Vincent fliegt nach Rom um bei der Gedenkfeier für seinen verstorbenen Vater anwesend zu sein, doch wie es nun mal oft läuft, geht so ziemlich alles schief. Schlussendlich bleibt er am Flughafen in einem Fahrstuhl stecken und lernt dort Flugbegleiter Luca kennen, der ihm helfen möchte und ihn im letzten Moment zur Gedenkfeier fährt. Auch dort bleibt Luca an Vins Seite und bald müssen beide begreifen, dass der jeweils andere ihnen tief unter die Haut geht. Doch Vins Zeit in Rom ist begrenzt und natürlich fragen sich beide, ob die Entfernung zueinander die Gefühle für den jeweils anderen abschwächen kann.

Vin war mir gleich vom Anfang an sympathisch. Und ich konnte gut mit ihm mitfühlen, dass er zur Gedenkfeier seines Vaters kommen wollte, obwohl dieser die Familie verlassen und als Vins Mutter starb ihn nicht zu sich geholt hat, sodass Vin bei Pflegeeltern aufwachsen musste. Vins Wut, Trauer, Unverständnis waren nachvollziehbar, ebenso der Wunsch herauszufinden, warum sein Vater so gehandelt hat. Als dann schlussendlich rauskam, warum sein Vater diese Entscheidungen getroffen hat, war auch das für mich logisch und nachvollziehbar und ich denke, Vin konnte damit dann auch gut abschließen. Natürlich hat es ihm geholfen, dass Luca an seiner Seite war.

Luca fand ich auch toll. Man merkt, dass er das Herz am rechten Fleck hat, immerhin hat er Vin zu der Gedenkfeier gefahren und ist auch dann noch bei ihm geblieben, sodass Vin eine Stütze hat. Auch danach bleibt Vin bei Luca, da dieser ihn eingeladen hat – denn Luca müsste, nachdem ihn seine Eltern aus ihrem Leben gestrichen haben, da er schwul ist, Weihnachten alleine verbringen. In dieser Zeit kommen sich die beiden näher und näher und man merkt sofort wie schnell sich die Gefühle entwickeln. Trotzdem schwebt immer wieder das Datum von Vins Rückflug nach Amerika über ihnen und die Frage, was danach kommt.

Insta-Love muss man mögen, ich persönlich bin da oft skeptisch, da es mir dann oft zu schnell geht und ich nicht begreife, warum sich die beiden Protagonisten ineinander so schnell verliebt haben. Bei Luca und Vin hat es ausgezeichnet gepasst. Ich konnte es ihnen glauben, da sie einfach so perfekt füreinander sind. Es war nichts überstürzt, nichts ungläubig. Auch wie sie einander gestützt und geholfen haben – einfach schön zu lesen.

Diese Tage, die Vin bei Luca verbringt, nehmen ungefähr 75% des Buches ein, weshalb ich ein wenig skeptisch war ob die Zeit, die sie voneinander getrennt sind, nicht zu kurz kommt. Leider war es für mich so, da hätte ich gerne mehr gelesen, mehr erfahren. Natürlich sind sie in dieser Zeit auch weiterhin in Kontakt, aber ich hätte mir da gerne mehr erwartet. Vielleicht auch ein wenig mehr erfahren, ob der eine oder der andere Mal wirklich gehadert, gezweifelt hat.

Das Ende hat mich dann aber wieder versöhnt, da es perfekt zu den beiden und ihrer Geschichte gepasst hat. Daher kann ich das Buch nur weiterempfehlen. Wirklich schön!

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei Laberladen, Ulla und Gaylesen.

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