„Worte“ von John Inman

„Worte“ von John Inman

Worte verletzen mehr als ein Messer,
denn ein Messer kann verfehlen,
doch ein Wort trifft immer.

@ Dreamspinner Press | Cover

Milo ist eigentlich ein relativ erfolgreicher Autor, seine Bücher haben sich gut verkauft bis auf das letzte. Bei einer Signierstunde in Coronado trifft er Logan, einen Rezensenten namens BookHunter, der sich gleich zwei signierte Exemplare unter den Nagel reißt, obwohl der das Buch bereits rezensiert hat, und danach Milo zum Essen einlädt. Beide verstehen sich auf Anhieb gut und sind auf einer Wellenlänge. Sie wollen sogar in Kontakt bleiben, doch haben sie vergessen die Nummern zu tauschen. Aber im Zeitalter der sozialen Netzwerke kein Problem – Hunter schreibt Milo einfach eine Facebook-Nachricht und die beiden treffen sich erneut.

Als sich die Beziehung der beiden vertieft müssen sie sich auch ihrer Vergangenheit stellen, vor allem Hunter, der seinen Ehemann verloren hat und der innerlich zerrissen ist zwischen seiner Vergangenheit und Milo. Und nicht nur das, denn die Welt der Literatur wird erschüttert, da ein Serienmörder sein Unwesen treibt und Rezensenten ermordet. Milo und Hunter ahnen nicht wie nah er ihnen ist.

Ich denke, mittlerweile ist es kein Geheimnis, dass ich John Inmans Bücher liebe. Worte bildet hierbei keine Ausnahme. John Inman schafft es realistisch die Welt der Autoren und Rezensenten bzw. Blogger darzustellen. Ebenso die Charaktere, die in diesem Buch auftauchen.

Es gibt hier eigentlich zwei parallele geschichten, die zeitgleich erzählt werden. Einerseits das Treffen und Zusammenfinden von Milo und Hunter, andererseits die Geschichte rund um den Serienmörder und seine Opfer. Und am Ende fügt sich beides in eines zusammen, was ich wirklich toll fand.

Milo hat mein Herz vom ersten Moment an erobert. Ich habe mit ihm gelitten, als er bei der Signierstunde auf Leser wartete und niemand gekommen ist – bis dann Hunter durch die Tür tritt und somit auch in sein Leben. Milo hat das Herz am rechten Fleck, ist sympathisch und hat einen tollen Sinn für Humor. Man merkt, wie viel ihm das Schreiben und einfach das ganze Drumherum bedeuten.

Hunter fand ich auch toll, sympathisch, bodenständig und man merkte mit jedem Wort wie sehr ihm die Literatur am Herzen liegt und mit wie viel Respekt er Bücher und dessen Autoren behandelt. Ihm und Milo bei ihren Gesprächen zuzuhören war toll und erfrischend, vor allem da ich es so gut nachvollziehen konnte.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich eher langsam, auch wenn die beiden sehr schnell Gefühle füreinander entwickeln. Die Chemie stimmt und man freut sich mit den beiden. Schön fand ich auch, dass die Sexszenen nicht zu explizit waren, man konnte selbst seine Phantasie spielen lassen, was auch gut zu den beiden gepasst hat.

Toll fand ich auch den Einblick in diese Literaturwelt, in der Worte auch oft etwas zerstören und verletzen können. Vor allem in Hinblick auf Trolle, die alles und jeden zerreißen nur im des Zerreißens Willen. Dennoch brauchen Autor und Reviewer einander und ich denke, wir alle wissen, dass so ein Austausch immer respektvoll und nicht persönlich sein sollte. Natürlich wird es immer schwarze Schafe geben, und zwar auf beiden Seiten, aber der überwiegende Teil wird an einem harmonischen, respektvollen Miteinander arbeiten.

Der Plot rund um die Mordfälle war gut gemacht und ich habe bis zum Schluss – und die Wendung am Ende habe ich definitiv auch nicht kommen sehen – gewusst, wer der Mörder ist bzw. sein könnte. Es blieb wirklich spannend bis zuletzt. Man hat gefiebert und war schockiert, wie kaltblütig der Mörder teilweise vorging. Und es wurde gezeigt, dass das Internet oft mehr Schein als Sein ist, wie oft man sich selbst anders darstellt als man eigentlich ist. Und dass man denkt, man könne im World Wide Web alles machen ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Alles in allem war ich wirklich begeistert und konnte das Buch vor lauter Spannung und Mitfiebern nicht mehr aus der Hand legen. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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