“Das Schicksal hat dich nicht vergessen” von Caitlin Daray

“Das Schicksal hat dich nicht vergessen” von Caitlin Daray

@ Cursed Verlag | Cover

Shawn ist ständig auf der Flucht vor seiner Vergangenheit und versucht sich mit Arbeit von den ständig wiederkehrenden Dämonen und Gedanken abzulenken. Aber irgendwann kann man nicht mehr fliehen, und so beschließt Shawn nach vielen Jahren in seine Heimatstadt zurückzukehren. Doch dort muss er feststellen, dass es nicht so einfach ist sich seiner Vergangenheit zu stellen, vor allem als ihm der jüngere Bruder seines verstorbenen Freundes Cale über den Weg läuft. Und so sehr er auch versucht Wesley zu vertreiben, umso mehr versucht Wesley ihm zu helfen. Irgendwann wird Shawn, aber auch Wesley, bewusst, dass sich Gefühle zwischen ihnen entwickeln. Doch die Frage ist: Sieht Shawn in Wesley nur ein Abbild des verstorbenen Cales oder kann sich daraus wirklich etwas entwickeln?

Shawn kam mir am Anfang dieser Geschichte wie ein getriebenes, verängstigtes Tier vor, das einfach wild um sich beißt um sich selbst zu schützen. Vor allem hat er den Tod von Cale nie überwunden und ist seit 15 Jahren ständig auf der Flucht – vor seinen Schuldgefühlen, seinen Gedanken und vielem mehr. Als Shawn beschließt, wieder in seine Heimatstadt zurückzukehren um das alles zu verarbeiten und hinter sich zu lassen, muss er feststellen, dass es eben nicht so einfach geht. Vor allem wenn man mit dieser Vergangenheit urplötzlich konfrontiert wird, da ihm Wesley über den Weg läuft. Wie schon bei allen anderen versucht er ihn von sich zu stoßen, nur denkt Wesley nicht mal im Traum darüber nach Shawn noch mal abhauen zu lassen.

Wesley hat damals, als sein Bruder Cale starb, nicht nur diesen verloren, sondern auch Shawn, der einfach verschwunden ist. Jetzt, als er ihn wiedergefunden hat, möchte er Shawn helfen, denn er sieht, dass sich dieser nach all den Jahren noch immer quält und Cales Tod einfach nicht verarbeitet hat. Er möchte ihn auf diesen Weg begleiten und obwohl Shawn ihn oft wegstößt, schafft er es zu ihm durchzudringen. Mit der Zeit öffnet sich Shawn immer mehr und zeigt Wesley auch immer mehr Charakterzüge des alten Shawns.

Die Geschichte hat die meiste Zeit einen meist melancholischen Unterton – ganz leicht, nur ein Hauch, aber sehr passend, da Shawn sehr unter Cales Tod leidet und selbst in Trauer versinkt. Die Charaktere sind wirklich schön ausgearbeitet und mir gleich ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen mitgefiebert, mitgelitten, mitgefühlt und einfach nur gehofft, dass Shawn seine Trauer überwinden kann.

Das Buch zeigt auch, dass sich Menschen durch egal welche Erlebnisse oder Aktionen verändern können – zum Guten, zum Schlechten – und fast nichts mehr von den Menschen, die sie vorher waren, zeigen. Es zeigt aber auch, dass Familie nicht bedeutet mittels Blut verwandt zu sein, sondern dass Familie vielseitig sein kann. Und dass es immer jemanden gibt, dem man selbst wichtig ist.

Ich bin wirklich sehr begeistert, nur eine Stelle hat mich gestört. In einer Szene wird von der dissoziativen Identitätsstörung gesprochen, ein paar Seiten später von Schizophrenie. Eine Schizophrenie ist etwas komplett anderes und überhaupt nicht mit dem Störungsbild der dissoziativen Identitätsstörung vergleichbar.

Alles in allem kann ich diese Geschichte aber jedem ans Herz legen und eine Leseempfehlung aussprechen.

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei Laberladen und ElMa.

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