“Sein größter Fang” von Andrew Grey

“Sein größter Fang” von Andrew Grey

@ Dreamspinner Press | Cover

William arbeitet im Familienunternehmen, ist aber überhaupt nicht glücklich damit. Viel lieber würde er seinem Leben eine ganz andere Richtung geben. Deshalb flieht er zumindest zweimal im Jahr zum Golf von Mexiko und mietet sich auf Mikes Fischerboot ein, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Dass Mike sympathisch ist und ihm mehr als gut gefällt, ist da natürlich ein kleiner, aber feiner Bonus.

Mike hat einen Charterservice gegründet, um sich um seine Tochter und seine Mutter zu kümmern bzw. für sie zu sorgen. Er genießt es, wenn William eine Tour bei ihm mietet, will sich aber nicht so wirklich eingestehen, dass er sich immer mehr zu ihm hingezogen fühlt. Gerade in der kleinen Stadt, Apalachicola, sind nicht alle so weltlich und er hat Angst, dass er sein Unternehmen zusperren muss, wenn man herausfindet, dass er schwul ist. Doch dass dann ausgerechnet ein Hurrikan ihm einen Strich durch die Rechnung macht, hätte er sich wohl nicht gedacht.

Ich habe wohl eine Schwäche für Fischergeschichten, denn ich war hin und weg von Mike und William, obwohl die Geschichte an sich nichts besonderes ist. Es gibt keine gewaltigen Höhen oder Tiefen, kein unnötiges Drama … es ist eher eine Gute Laune Geschichte, die man an einem Sonntagnachmittag liest um die Seele baumeln zu lassen.

William ist ein wirklich toller Charakter, der sich gleich zu Beginn in mein Herz katapultiert hat. Er bringt nämlich, zuvorkommend wie er ist, Mikes Tochter ein Geburtstagsgeschenk mit, obwohl er sie noch nie gesehen hat. Er ist auch allgemein einfach ein höflicher Mensch, der sich auf so liebevolle Art um andere kümmert, dass man ihn einfach nur mögen muss. Umso schlimmer sind seine Eltern, die wollen, dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt und überhaupt nach ihren Nasen tanzen soll. Nur will William das nicht, vor allem als sich zwischen Mike und ihm etwas beginnt zu entwickeln. Er hat gesehen, was er haben könnte, und ist bereit darum zu kämpfen.

Mike ist ebenso ein wirklich toller Charakter, dem das Wohl seiner Tochter und seiner Mutter über alles geht. Er würde wohl sein letztes Hemd für sie hergeben. Doch die aufkeimenden Gefühle für William könnten Probleme auslösen – und so hat Mike Angst, dass er vielleicht sein gesamten Unternehmen verliert – das für seine Familie so wichtig ist – nur weil er schwul ist. Gerade in so einer kleinen Stadt, wo weltliches Denken nicht bei allen eingekehrt ist. Dennoch ist es wirklich schön zu lesen, wie Mike versucht über seinen Schatten zu springen und einfach einen Lernprozess durchmacht.

Auch Mikes Tochter und seine Mutter sind einfach toll. Unterstützend und sie lieben William – besser könnte es also eigentlich nicht laufen. Bei Williams Eltern sieht es, wie bereits erwähnt, anders aus. Vor allem seine Mutter ging mir einfach tierisch auf die Nerven. Und ab einem gewissen Punkt in der Geschichte machen seine Eltern aber eine 180 Grad Drehung, die ich so nicht wirklich verstanden habe und nachvollziehen konnte. Mir blieb das alles zu wage und ging mir einfach zu schnell.

Alles in allem aber eine sehr unterhaltsame Geschichte, die ich gerne weiterempfehle, auch wenn sie Schwächen aufweist.

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