“Ihn oder Keinen” von Skylar M. Cates

“Ihn oder Keinen” von Skylar M. Cates

* Diese Rezension wurde eigentlich für die englischsprachige Version geschrieben.

@ Dreamspinner Press | Cover

Aaron, der zehn Jahre lang Soldat war, muss aufgrund einer Herzinfektion seinen Beruf an den Nagel hängen und kommt zurück nach Hause. Es fällt ihm schwer zu wissen, was er mit seinem weiteren leben anfangen möchte und noch dazu hegt er noch immer die Hoffnung, dass Gregory, seine Jugendliebe, ihn doch zurücklieben könnte, vor allem da sich dieser von seiner Verlobten getrennt hat – wieder einmal. Gregory war auch der Grund, warum er so überstürzt eine Militärlaufbahn eingeschlagen hat.

Jesse, Gregorys jüngerer Bruder und das „schwarze Schaf der Familie“, hat sich ein Leben abgeschieden von den anderen aufgebaut – eine kleine Farm, wo er Tiere rettet, und wo er seiner Kunst, die sehr erfolgreich ist, nachgehen kann. Als plötzlich Aaron vor seiner Tür steht, in dem er seit Jahren verliebt ist, weiß er nicht wie er damit umgehen soll und versucht ihn loszuwerden, doch aufgrund eines defekten Autos klappt das nicht so wirklich.

Die beiden verbringen schöne Tage und Aaron kann sich immer mehr für diese Abgeschiedenheit erwärmen. Nur versteht er nicht, warum zwischen ihm und Jesse immer so eine Spannung besteht, immerhin will er doch Gregory, oder? Doch oft kommt es anders als man denkt und ehe sich Aaron versieht, hat sich Jesse in sein Herz geschlichen.

Aaron hat, wie gesagt, sehr damit zu kämpfen, dass er so plötzlich und eigentlich ungewollt aus dem Militärdienst entlassen wurde. Er hängt irgendwie in der Schwebe, weiß nicht, was er tun soll und wie sein weiteres Leben verlaufen soll. Aaron ist so ein Charakter, der seine Sorgen aber gerne mit einem Lächeln und einen blöden Spruch überspielt. Eigentlich nervt mich so was sehr oft, aber hier hat es sehr gut gepasst und ich mochte Aaron auch auf anhieb. Und mit seiner Art zieht er Jesse, der sehr zurückgezogen lebt, auch immer mehr aus seinem Schneckenhaus.

Jesse ist, wie gesagt, ein sehr ruhiger Charakter, der sich von anderen zurückzieht. Dies hat viel mit seiner Familie zu tun, die ihm nicht gut behandeln und ihm immer das Gefühl geben, dass er eine Enttäuschung sei. Und das, obwohl er mit seiner Kunst mehr als erfolgreich ist. Er und Aaron ergänzen sich sehr schön und man merkt einfach, wie viel sie einander bedeuten. Ihre Beziehung entwickelt sich ruhig und sinnlich, was sehr gut zu den beiden passt. Und Jesse lernt mit Aaron seine Ängste etwas zu überwinden, auch wenn sie beide wissen, dass sie nie ganz weg sein werden.

Schön fand ich, dass man Dean und Anthony aus dem ersten Band wieder getroffen hat und sie sind noch immer so toll wie in ihrer eigenen Geschichte. Mit den Familien von Jesse und Aaron hatte ich aber so meine Probleme. Jesses Eltern machen ihn für einen Fehler, den sie selbst begangen haben, verantwortlich und behandeln ihn daher anders wie seine Geschwister. Etwas, was ich überhaupt nicht verstehen kann und verstehen will, da sie Jesse mehr als nur verletzen mit ihrem Verhalten. Auch Aarons Mutter fand ich persönlich schrecklich. Wie sie Jesse am Anfang behandelt hat und nach einer Entschuldigung passt es? Sorry, aber ihr Verhalten Aaron gegenüber ist kontrollierend und einfach schrecklich. Und da könnte sie sich 100x entschuldigen, ich würde ihr nicht so leicht verzeihen. Aarons Dad und seine neue Frau, Valerie, fand ich hingegen toll. Schade, dass sie nur so selten vorkamen.

Eigentlich hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen, vor allem da sie sich einfach auf Jesse und Aaron und ihre Beziehung konzentriert. Warum in den letzten 20% dann so ein melodramatisches Drama noch geschehen muss, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, ist mir ein Rätsel und hat mir den Lesespaß doch ein wenig verdorben. Das hätte es einfach nicht mehr gebraucht. Außerdem wurden gewisse Dinge einfach nicht mehr so aufgelöst, dass ich ein gutes und zufriedenes Gefühl am Ende hatte.

Trotz des letzten Kritikpunktes kann ich aber eine Leseempfehlung aussprechen, da die Geschichte an sich wirklich schön ist und ich sie jedem ans Herz legen kann. Und ich freue mich schon sehr auf den dritten Band.

Anmerken möchte ich, dass die Übersetzung gut gelungen und flüssig zu lesen ist.

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei Laberladen und Gaylesen.

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