“Cookies” von Teodora Kostova

“Cookies” von Teodora Kostova

@ Cursed Verlag | Cover

Amir, der mit körperlichen und seelischen Wunden aus dem Krieg heimkehrte, besitzt nun eine kleine Bäckerei – Cookie’s und ist auch oft im Veteranenzentrum anzutreffen. Er hat sich mit seinen Narben arrangiert und seine Bäckerei wird immer beliebter. Es läuft also gut, außer, dass er so gut wie niemanden mehr an ihn heranlässt und er eigentlich einsam ist. Dann lernt er Jay kennen und seine Mauern, die er um sich errichtet haben, purzeln in sich zusammen. Er hat keine Chance gegen Jay, und nun muss Amir den Mut finden sich dem Menschen zu öffnen, der ihm von Tag zu Tag mehr bedeutet.

Ich kannte die Geschichte schon, zumindest das Original, und war vollkommen begeistert. Daher wollte ich mir auch mal die Übersetzung genauer ansehen, die definitiv gut gelungen ist und den Charme der Geschichte weitertransportiert.

Amir hat mit seinen Erinnerungen zu kämpfen und leidet nach wie vor unter einer PTBS, aber er hat sich relativ gut damit arrangiert. Das einzige Problem, er lässt niemanden mehr an sich ran, da er doch immer wieder die Angst verspürt, dass ihn jemand wegen seinen Narben ablehnen könnte. Erst als er Jay kennenlernt – der ja eigentlich wie ein Wirbelwind in sein Leben stürmt und ihn irgendwie überrumpelt – ändert sich das langsam. Er fast vertrauen – in Jay, dass dieser ihn so akzeptiert wie er ist, und in sich selbst – dass er sich jemand anderen öffnen kann.

Jay ist ein kleiner Wirbelwind und immer gut drauf. Er trägt sein Herz am rechten Fleck und ist bis über beide Ohren in Amir verknallt. Er liebt Amir so wie er ist, und gibt dem damit mehr als er sich eigentlich vorstellen kann. Selbst wenn es manchmal zu Problemen kommt, arbeitet Jay darauf hin und versucht zu helfen. Wenn Amir sich mal wieder versucht zurückzuziehen, ist Jay sehr verständnisvoll. Er ist aber kein Übermensch, sondern hat ebenso seine Unsicherheiten und Probleme.

Besonders schön zu lesen ist, dass die beiden sich nicht anschweigen, sondern Probleme, Ängste einfach angesprochen werden. Es gibt kein künstliches und übertriebenes Drama. Die Beziehung der beiden entwickelt sich einfach so schön und nachvollziehbar, dass man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören kann. Es gibt auch kein Ungleichgewicht à la der eine muss den anderen retten, sie beide helfen einander so viel, dass sie einfach ebenbürtig sind.

Auch die Sekundärcharaktere sind wirklich gut gelungen. Angefangen bei Amirs Armeekollegen bis hin zu seinen Freunden bis hin zu Jays Familie. Sie fügen sich auch wunderbar in die Geschichte von Amir und Jay ein. Und ich hoffe natürlich, dass wir die Geschichte von Shane und Greg zu lesen bekommen, denn die beiden haben mir definitiv Lust auf mehr gemacht.

Alles in allem ist es einfach eine wundervolle Geschichte, von der man einfach nicht genug bekommen kann. Daher gibt es von mir eine begeisterte Leseempfehlung.

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s hier: Mathilda, ElMa und Gaylesen.

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Wenn das Buch nicht sowieso schon auf meiner Leseliste stehen würde, dann würde es spätestens aufgrund Deiner tollen Rezension drauf kommen. Das klingt super und genau nach meinem Geschmack.
LG Gabi