“Schritt für Schritt” von K.C. Wells

“Schritt für Schritt” von K.C. Wells

@ Dreamspinner Press | Cover

Ich lese gerne Geschichten mit größeren Altersunterschied. Dazu hat mich auch der Klappentext sehr angesprochen.

Jamie, ein Student der Anwalt werden möchte, hat es nicht leicht. Durch die Scheidung seiner Eltern ist er finanziell auf sich allein gestellt und kommt eher schlecht als recht über die Runden, obwohl er drei Jobs hat. Dann verliert er auch noch seine Wohnung, und sein Traum, zu studieren steht vor einem abrupten Ende. Doch gerade, als alles droht unterzugehen, lernt er Guy kennen, einen Kerl der ihm helfen möchte.

Guy war selbst mal in derselben Lage wie Jamie und hatte einen Wohltäter gefunden, der ihm geholfen hat Fuß zu fassen. Deshalb möchte er dies weitergeben, und Jamie scheint der richtige dafür zu sein. Guy selbst hat jetzt, da er Chef einer großen Firma war, die er dann verkaufte, ein sorgenfreies Leben. Zumindest finanziell.

Jamie nimmt Guys angebot an, bei ihm zu wohnen und dass dieser ihm sein Studium finanziert. Dass Guy schwul ist, stört ihn da nicht, immerhin hat er kein Interesse an Männern. Aber je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto größer wird die Anziehung zwischen den beiden. Und Jamie muss sich fragen, ob er sich nicht doch eine Beziehung zu einem Mann vorstellen kann? Der Altersunterschied könnte da auch noch zu einem Problem werden.

Schon gut, der Grundplot könnte aus einem Märchen stammen, aber ich muss sagen, für mich hat es sehr gut funktioniert. Vor allem da man sehr gut Guys Beweggründe verstehen kann, immerhin ist ihm dasselbe passiert und er möchte sein Glück an andere weitergeben. Er möchte helfen, und sieht in Jamie sehr viel Potenzial. Guy ist einfach ein sehr sympathischer Mann, dessen jüngere Jahre nicht die leichtesten waren. So wurde er mit 18 Jahren Vater und hat versucht seine Kinder finanziell so gut zu unterstützen wie es ihm möglich war. Seine damalige Frau hat es ihm nicht leicht gemacht und leider merkt man das an seinem Sohn, der ihn als Vater – aber vor allem als schwuler Mann – ablehnt. Dass er dann mit einem deutlich jüngeren Mann anbandelt, macht das ganze nicht besser.

Jamie selbst ist unglaublich sympathisch. Er kämpft für seinen Traum, arbeitet sich fast zu Tode und dennoch steht er immer knapp davor zu scheitern. Er wirkt für sein Alter sehr reif und es gibt auch kein großes Drama, als er bemerkt, dass er Guy ziemlich anziehend findet. Er nimmt nichts als selbstverständlich an. Und ich konnte mich doch ein wenig in ihm selbst sehen.

Was ich gut finde ist, dass es hier keine Insta-Love gibt. Die beiden werden zuerst Freunde und dann entwickelt sich mehr daraus. Und das durchaus realistisch. Man kauft den beiden einfach ihre Gefühle füreinander ab. Auch die Nebenprotagonisten sind meistens sehr unterstützend und sehr sympathisch. Und manche von ihnen schreien nach einer eigenen Geschichte. Ich hoffe, da kommt noch was. Alles in allem ein wirklich schönes Buch, das ich jedem ans Herz legen kann.

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Ich fand die Anfangskonstellation auch ein bisschen merkwürdig, aber da Jamie selbst misstrauisch blieb und erst mal an seinen Nebenjobs festgehalten hat und sich eben nicht sofort komplett auf Guy verlassen hat, habe ich einigermaßen beruhigt erst mal weitergelesen. Und Guy hat mich dann mit seinem Charakter absolut überzeugt.
Das ist so eine richtige Wohlfühl-Geschichte und ich hab sie sehr genossen.
LG Gabi