“Der Wind in den Zäunen” von Eli Easton

“Der Wind in den Zäunen” von Eli Easton

@ Dreamspinner Press | Cover

Eddie hat einen Traum, den er sich mit seinem Lebensgefährten erfüllen möchte bzw. erfüllt hat – eine Farm, einen Gnadenhof für gerettete Nutztiere. Nur hat Eddie nicht damit gerechnet, dann doch alleine dazustehen, da sein Lebensgefährte ihn in letzter Minute im Stich lässt, und zwar mit einem zehn Hektar großen Gelände in Lancaster County. Eddie weiß nicht was er tun soll. Alleine ist der Gnadenhof so gut wie nicht leistbar und er hat auch überhaupt keine Ahnung, was man auf einer Farm so alles machen muss.

Samuel arbeitet hart auf der Farm seines Vaters, um sich in die Amish-Gemeinschaft einzufügen, und das trotz seinen Klumpfußes. Als sein Vater, ein streng gläubiger Mann, jedoch herausfindet, dass Samuel schwul ist, peitscht er ihn zur Strafe aus und verstoßt ihn, ohne dass er sich von seiner Familie verabschieden darf. Nur die Kleider auf seinem Körper tragend und ein bisschen Geld in der Tasche macht sich Samuel auf in die nächste Stadt und kommt in einem Obdachlosenheim unter, wo er eine Stellenanzeige für einen Knecht findet.

Eddie weiß zuerst nicht, was er von Samuel halten soll, vor allem wegen des Klumpfußes, aber er gibt ihm eine Chance und bereut diese nicht. Auch wenn Samuel sich zuerst an die Ansichten des anderen gewöhnen muss, was einfach herrlich zu lesen ist. Alleine die Szene, als Eddie ihm erzählt, er sei vegan und Samuel natürlich keine Ahnung hat was das überhaupt heißt. Die beiden kommen aus ganz anderen Welten, was natürlich ab und zu zu kleinen Spannungen führt, aber im Großen und Ganzen ergänzen sie sich einfach perfekt.

Samuel ist für mich das Highlight in dieser Geschichte – neben Benny, zu dem komme ich aber noch. Mit seinen 19 Jahren hat er schon einiges erlebt, und zwar Dinge, die er nicht hätte erleben sollen. Er muss mit dem Gedanken leben, seine Familie wohl niemals wiederzusehen zu dürfen, verstoßen zu sein von allen und allem was er kennt. Und dabei hätte er so viel besseres verdient, denn Samuel ist alles was man sich nur wünschen kann: intelligent, selbstlos, hilfsbereit, stark, herzensgut.

Eddie ist ein wenig verloren, immerhin weiß er nicht wie er den Gnadenhof alleine erhalten soll. Eigentlich hat er seinen Traum insgeheim schon aufgegeben, doch dann ist da Samuel, der ihm so eine große Stütze und Hilfe ist. Die beiden passen perfekt zusammen, ergänzen sich einfach auf so wundervolle Art und Weise und man wünscht sich nichts sehnlicher, als dass sie ihr Happy End bekommen und zusammen bis ins hohe Alter auf diesem Gnadenhof leben können.

Dass ausgerechnet ein Hängebauchschwein, Benny, dafür sorgen könnte, hätte sich wohl niemand gedacht. Und Benny ist definitiv der heimliche Star in dieser Geschichte – man kann dieses freche, intelligente Schwein einfach nur lieben. Auch die anderen Tiere sind wunderbar – Fred und Ginger, die zwei Kühe, und die kleine Herde Schafe.

Die Beziehung zwischen Samuel und Eddie entwickelt sich langsam, auch wenn man durch kleine Gesten, Blicke sehr wohl weiß und spürt, dass die Anziehung da ist und mit der Zeit auch immer größer wird. Ihre erste Annäherung ist so voller Gefühl und einfach wunderschön zu lesen. Und ich denke, Eddie und Samuel sind definitiv zu einem meiner Lieblingspärchen aufgestiegen.

Besonders hervorheben möchte ich auch noch Devin, den besten Freund von Eddie, der immer für ihn da ist und ihn versucht so gut wie möglich zu unterstützen.

Ich bin wirklich völlig begeistert und werde in kürze wohl einen Re-Read starten. Wer auf Farmgeschichten mit sympathischen Protagonisten, wunderbaren Tieren und sehr viel Gefühl steht, sollte die Geschichte von Samuel und Eddie lesen. Ich bin hellauf begeistert und kann es wirklich jedem ans Herz legen.

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