„Weil er zu uns gehört“ von Jessica Martin

„Weil er zu uns gehört“ von Jessica Martin

@ Cursed Verlag | Cover

Mike hat es nicht leicht mit seinen beiden gesundheitlichen Problemen, die ihn auch sehr vorsichtig anderen gegenüber werden lassen bzw. dafür sorgen, dass er sich gerne zurückzieht. Dass er wegen eines dieser beiden Probleme dann auch noch seinen Job „verliert“ macht es nicht besser. Dennoch sehnt er sich nach Liebe und nach jemanden, der damit umgehen kann.

Dass dieser jemand genau sein heimlicher Traummann André sein soll, hätte er sich vermutlich wirklich nicht gedacht. Doch André umgarnt ihn so liebevoll und nimmt Rücksicht, dass Mike nicht anders kann als sich in ihn zu verlieben. Die beiden Kinder – Titus und Viktoria – sind da noch ein Bonus. Mike fühlt sich in dieser Familie aufgenommen und willkommen, bis André aus heiterem Himmel mit ihm Schluss macht.

Mike ist ein wirklich wunderbarer Mensch, einfühlsam und gutmütig. Kein Wunder, dass er die beiden Kinder, sowie André, gleich um seinen Finger wickelt. Dennoch verstehe ich seine zu Anfangs doch recht große Unsicherheit und die Distanz, die er versucht zu wahren, denn zu oft ist er schon von anderen verletzt und abgewiesen worden. Aber wie bereits erwähnt, versucht André auf sehr einfühlsame Weise das Vertrauen von Mike zu erlangen und er zeigt ihm, dass es Menschen gibt, die ihn deswegen nicht abschreiben oder sich darüber lustig machen.

Der einzige Störfaktor ist Andrés Mutter, die verbittert und, ja, wirklich bösartig ist. Die André in allem bekrittelt und natürlich auch nicht mit seiner Homosexualität einverstanden ist, deshalb auch Mike ablehnt – und das mehr als offensichtlich. Was sie damit ihrer Familie, aber vor allem André und den beiden Kindern antut, begreift sie natürlich überhaupt nicht. Eine wirklich schreckliche Frau.

Obwohl André wirklich toll mit Mike und seinen Problemen umgeht, konnte ich mit ihm leider relativ wenig anfangen. Auch mit den beiden Nachbarn und ich wage zu behaupten, dass es an dem Schreibstil liegt, da die Geschichte an und für sich süß ist. Obwohl die Geschichte in der Ich-Perspektive geschrieben ist, fällt es mir schwer mich auf die Charaktere einzulassen, vor allem auf André. Irgendwie kam da bei mir überhaupt nichts rüber – kein Gefühl. Ich konnte nicht mit der Geschichte mitgehen, geschweige denn mitfühlen.

Mike hat es mir da ein wenig leichter gemacht, aber auch ihn konnte ich nicht so wirklich fassen. Was ich wirklich sehr schade fand, da mich der Klappentext wirklich sehr angesprochen hat. Vielleicht lag es aber auch ein wenig am Anfang der Geschichte, wo ich mich direkt hineinkatapultiert gefunden habe und irgendwie gar keine Zeit hatte alles auf mich wirken zu lassen. Dieses Gefühl hat mich auch die ganze Geschichte über nicht verlassen.

„Weil er zu uns gehört“ ist eine wirklich süße Geschichte, die mich leider nicht vollends hat überzeugen bzw. mitnehmen können. Wenn man aber diese Art Geschichten mag, sollte man ihr sicherlich eine Chance geben. Geschmäcker sind verschieden und meinen hat sie halt leider nicht vollends getroffen.

PS: Die Anordnung der Wörter auf dem Cover haben mich auch ein wenig irritiert. Aber auch das ist Geschmackssache. :-)

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei ElMa liest und träumt, Sabrina und Gaylesen.

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