“Die Seele im Metall” von Rhys Ford

“Die Seele im Metall” von Rhys Ford

@ Dreamspinner Press | Cover

Jake Moore arbeitet als Schweißer und steckt das meiste Geld in die Pflege seines schwer kranken, sterbenden Vaters, der ihm mit nichts als Gewalt begegnet ist. Seiner bereits toten Mutter musste er versprechen, sein Schwul sein zu verstecken bzw. nicht auszuleben. Seine Welt ist schwarz und düster; so düster, dass ihn manchmal eigentlich nichts mehr hier hält.

Dann lernt er Dallas Yates kennen, der auf der anderen Straßenseite von Jakes Arbeitsplatz eine Bar für Travestiekünstler eröffnen möchte. Dallas fällt der schüchtern lächelnde Mann gleich auf und dieser lässt ihn auch nicht mehr los. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die aber zu mehr mit, denn Dallas erkennt den Wert dieses künstlerischen Mannes. Aber er weiß auch, dass ihre Beziehung nur eine Chance hat, wenn Jake sich endlich selbst lieben lernt.

Jake, oh, Jake. Ich wollte ihn die meiste Zeit einfach in den Arm nehmen, da sein Leben bzw. sein Erwachsen werden einfach die pure Hölle war. Sein Vater war gewalttätig, seine Mutter hat ihm ständig gesagt, dass er für seine Liebe zu Männern in die Hölle kommen würde. Und noch dazu hat ihn seine erste große Liebe auch verletzt. Dass aus Jake trotzdem so ein liebenswürdiger Mensch geworden ist, ist da fast nicht zu glauben. Selbst im Erwachsenenalter kümmert sich Jake noch immer um seinen Vater, der sterbend in einem Hospiz liegt und Jake noch immer beschimpft und niedermacht. Kein Wunder, dass Jake sein Leben als hoffnungslos ansieht und sich selbst als jemand, der es nicht Wert ist geliebt zu werden. Noch dazu ist Jake künstlerisch veranlagt, so schafft er wunderschöne Dinge aus Metall.

Dallas ist das Gegenstück. Er ist lebendig und beinahe perfekt. Aber nicht auf eine unwirkliche Art und Weise. Dallas beauftragt die Firma, in der Jake arbeitet, mit diversen Arbeiten für seine Bar, wo er und Jake sich dann auch näher kennenlernen und langsam zu freunden werden. Es ist so wundervoll zu lesen, wie sich mehr daraus entwickelt und von beiden Seiten die Gefühle füreinander wachsen. Dallas will Jake helfen, will ihm zeigen, dass – selbst wenn die Zeit noch so finster ist – jemand da ist, der für ihn da ist, ihn stützt. Etwas, was Jake so nie für sich gesehen hat.

Auch die Nebenprotagonisten sind wundervoll ausgearbeitet. Celeste bringt den nötigen Witz rein, damit das Buch nicht zu schwermütig ist. Auch Jakes Chef ist wundervoll in Szene gesetzt und man merkt, wie wichtig im Jake ist, auch wenn dieser das nie so gesehen hat. Die Geschichte ist ruhig, hat einen schwermütigen Ton, aber ist dennoch hoffnungsvoll. Man fühlt und leidet mit Jake und Dallas mit, möchte unbedingt, dass es zwischen den beiden gut ausgeht und Jake endlich seinen Wert erkennt. Denn für Dallas ist er perfekt, genauso wie Dallas perfekt für Jake ist.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der auf ruhige, etwas melancholische Bücher steht. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Weitere Meinungen zum Buch gibt’s bei Gaylesen.

Loading Likes...

Hinterlasse einen Kommentar

  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: